Casa Corbezzolo

Bauen auf Sardinien heisst, sich mit einer Landschaft von starker Identität auseinanderzusetzen, die von mediterraner Macchia und Felsformationen geprägt ist. Dazu kommt eine alte Bautradition, die auf einfachen Formen, lokalen Materialien und einer direkten Beziehung zwischen Haus und Land beruht. In der Gallura findet diese Tradition eine ihrer bedeutendsten Ausprägungen im Stazzo, dem ländlichen Steinhaus, dessen einfache Räume in einer Linie aufeinander folgen. Jeder Raum öffnet sich direkt nach aussen und ist von massivem Mauerwerk gefasst, das den Bau an seinem Ort verankert.

Mit der Casa Corbezzolo interpretieren altromodo architects dieses Modell neu. Das Haus übernimmt die wesentlichen Merkmale des Stazzo, ohne ihn nachzuahmen, und verbindet die Einfachheit des ländlichen Grundrisses mit einer zeitgenössischen Art zu wohnen, bei der sich die Innenräume stets zur Landschaft öffnen.

Die Komposition ist elementar: ein rechteckiger Baukörper unter einem geneigten Dach, überwiegend entlang der Ost-West-Achse ausgerichtet. Auf einem Grundstück von 1.500 m² bietet das Haus 350 m² auf zwei Geschossen. Dank der einfachen Geometrie fügt es sich zurückhaltend in seine Umgebung ein. Seine Identität bestimmen Material, Licht und Landschaft.

Dem massiven Mauerwerk stehen grosse Öffnungen in den Längsfassaden gegenüber. Rahmenlos verglast mit Sky-Frame Classic, machen sie das Haus offen und durchlässig: Die Wohnräume weiten sich nach aussen, die Landschaft wird zu seiner natürlichen Fortsetzung. Das Licht durchquert die Räume im Lauf des Tages, während Ausblicke, Schatten und der Wechsel der Jahreszeiten Teil des Wohnens werden.

So hält das Haus die Balance zwischen Beständigkeit und Wandel: auf der einen Seite die Massivität des Steins, die Einfachheit der Form und der Bezug zur Tradition, auf der anderen die visuelle Kontinuität zwischen innen und aussen und eine fliessendere, zeitgenössische Art zu wohnen.