April 2026
Referenz
Ein und dasselbe Gebäude, das wie aus zwei verschiedenen Welten wirkt. Aus einer Perspektive erscheint die Villa V132 als eingeschossiges Volumen, das sich sanft an den Waldrand schmiegt. Von der anderen Seite schwebt der Baukörper scheinbar schwerelos über dem Gelände und lässt die Stadt tief unter sich zurück. Reisz and Partners Architects haben diesen Gegensatz nicht versteckt, sondern zum Herzstück ihres Entwurfs gemacht.
Die Topografie des Grundstücks bestimmt die Struktur des Gebäudes: Zur Stadtseite bleibt die Fassade weitgehend geschlossen und gibt nur an bewusst gewählten Punkten den Blick frei. Zum Wald hin öffnet sich die gesamte Front, der Wald rückt scheinbar direkt ins Gebäude herein, Innen- und Aussenraum verschmelzen. Dass sich hier ausgerechnet die privatesten Räume befinden, die Schlafzimmer, wirkt zunächst überraschend. Doch genau diese Offenheit schafft eine besondere Form von Intimität.
Die rahmenlosen, raumhohen Fenster von Sky-Frame fügen sich nahtlos in diesen Dialog ein. Sie maximieren die Transparenz, ohne die Ruhe der Architektur zu stören. Auf Poolebene löst sich die Grenze zwischen Wohnraum und Aussenbereich vollständig auf. Was bleibt, ist der Raum selbst.
Die Ankunft ist als eigenständige Erfahrung konzipiert: Eine lange Auffahrt führt nicht zu einer herkömmlichen Garage, sondern zu einem abgesenkten, kreisförmigen Atrium, in dem die Fahrzeuge in einer Kreisbahn an ihren Platz gleiten. Gebogene Glaswände und fliessende Vorhänge rahmen diesen Moment, Sichtachsen nach oben öffnen das Atrium ins Haus, Tageslicht bleibt überall spürbar.
V132 hält Gegensätze nebeneinander: Stadt und Natur, Transparenz und Geborgenheit, Schwere und Leichtigkeit. Sky-Frame Classic ist dabei keine Dekoration, sondern eine grundlegende Voraussetzung. Ohne die technisch präzise, rahmenlose Verglasung wäre die architektonische Idee nicht zu Ende gedacht.