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Platin-Wohnjuwel

April 2017

Das Mehrfamilienhaus in Kilchberg an traumhafter Lage besticht mit zwei immensen Terrassen mit Seeblick und einem Schwimmbad mit versenkbaren Scheiben.

Text und Redaktion: Cornelia Etter, Fotos: Beat Bühler

 

Am Wasser zu wohnen ist ein Privileg. Noch privilegierter ist, wer hoch über dem See thront und auf der einen Seite das gesamte gegenüberliegende Ufer überblicken und auf der anderen Seite bis in die Glarner Alpen schauen kann. Die Liegenschaft des Bauherrn und passionierten Gartengestalters in Kilchberg, bietet all diese Annehmlichkeiten – und noch einige mehr. Strategisch durchdacht wurde das luxuriöse Mehrfamilienhaus in Kilchberg von Arndt Geiger
Herrmann Architekten aus Zürich auf einer Anhöhe platziert. Architekt René Arndt und der Hausherr kennen sich bereits seit Jahren von einer anderen Überbauung her. Als der Bauherr ein Objekt kaufen wollte, schlug ihm der befreundete Architekt vor, doch selber zu bauen, da er bereits über drei Grundstücke verfüge, die sich zu einem grosszügig bemessenen Grundstück an perfekter Lage zusammenfügen liessen. Die Bauherrrschaft war einverstanden und René Arndt machte sich an die ersten Studien im Massstab 1:200 und 1:500.

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Die wunderbare Lage war ausschlaggebend für den Entwurf von Arndt Geiger Herrmann. Die Bewohner des Mehrfamilienhauses sollten sowohl in den Genuss der Morgensonne wie der Nachmittagssonne kommen, weshalb die Grundrisse in sämtlichen Wohnungen durchgängig sind. In den unteren drei Stockwerken sind sechs Mietwohnungen mit grandiosem Ausblick untergebracht: eine 2 ½-, eine 3 ½-, drei 4 ½- und eine 5 ½-Zimmerwohnung. Darüber thront das grossräumige Penthouse mit einer Diagonale von 25 Metern für den Bauherrn und seine Ehefrau. Es besticht mit grossen Terrassen aus Natursteinplatten, die rund um das Penthouse laufen, einer Küche mit Seeblick, zwei Schlafzimmern, zwei Badezimmern, einem Fitnessraum und einem Schwimmbad auf dem ersten Dachgeschoss sowie einem lichtdurchfluteten Büroraum und einer gemütlichen Lounge auf dem zweiten Dachgeschoss. Im Erdgeschoss befindet sich das Parkhaus mit je einer privaten und einer öffentlichen Garage für die Mieter. Dieses verfügt über drei Oberlichter, die für natürliches Licht sorgen.

Die Natursteinplatten der Terrassen auf den beiden Dachgeschossen umlaufen das gesamte
Gebäude und bilden einen wertvollen Aussenraum.

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Einmalige Wohnlage

Beim Bauen an der sogenannten «Pfnüselküste» muss berücksichtigt werden, dass die Abendsonne von hinten kommt. Weil das Haus auf einer Anhöhe platziert wurde und der Hangkante entlang ausgerichtet ist, war es einfacher mit dieser Prämisse umzugehen. «Ein Vorzug des linken Zürichsee-Ufers, das neuerdings vermehrt als «Platinküste» bezeichnet wird, ist, dass man die Abendsonne auf der gegenüberliegenden Seite betrachten kann», findet René Arndt. Zudem sei dieseSeite wegen der am Ufer entlang laufenden Autobahn verkehrstechnisch wesentlich besser erschlossen als die «Goldküste», weshalb sich viele CEOs, die im Raum Zürich oder Zug tätig sind, in den boomenden Seegemeinden Rüschlikon und Kilchberg niederlassen würden. Konstruiert wurde das Gebäude aus Stahlstützen und Betonplatten. Die Mauerpfeiler wurden anschliessend mit Natursteinplatten verkleidet und symbolisieren das «Geschichtete» des Hauses. Dem Ort entsprechend haben René Arndt und sein Team natürliche Materialien verwendet.

Durchblick: Die Aussicht ist auch herausragend wegen der Fenster: Insgesamt wurden rund 100 Schiebefenster von Sky-Frame eingebaut.

Der Stein, der für die charakteristische Fassade sowie für die Böden verwendet wurde, ist Dietfurter Kalkstein. Besonders gut dazu passen die Schiebefenster von Sky-Frame mit Dreifachverglasung, deren dezente Rahmen vom Frauenfelder Unternehmen mit einer Dunkelgold schimmernden Eloxalfarbe versehen wurden. Insgesamt wurden über 100 Sky-Frame Schiebefenster verbaut, auch einige in Kombination mit Festverglasung. Zudem wurden mehrere Sky-Frame «Fly» (Insektenschutz) eingebaut, die im System integriert sind und ebenfalls komplett im Rahmen verschwinden, sofern sie nicht gebraucht werden. Auch der metallische Lochvorhang, der als individuell verschiebbarer Sichtschutz dient, wurde farblich auf die warmen Töne der Fassade und Fenster abgestimmt.

René Arndt achtet bei der Planung von Räumen, Wohnungen und Häusern jeweils darauf, dass sie frei begehbar sind. Will heissen, dass die Bewohner die Wege selber bestimmen können und diese nicht vom Architekten vorgegeben sind. Solche strukturellen Details sind ihm wichtig, weshalb auch der Sichtschutz individuell anpassbar sein musste. Generell sind ihm Raumfolgen und Raumbeziehungen wichtig: Sollen die Räume offen oder zu sein, warm oder kalt, belüftet oder nicht? «Das Haus ist nicht an der Fassade fertig», erklärt René Arndt. «Ich und mein Team schaffen Beziehungsräume, bei deren Planung auch der Aussichts- oder der Gartenraum miteinbezogen werden.»

Neben der einmaligen Aussicht
ist das Schwimmbad mit den versenkbaren Scheiben ein Highlight des Penthouses.

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Dass das Penthouse trotz der Nähe zum See über ein eigenes Schwimmbad verfügt, entstammt der Idee des Hausherrn. René Arndt bezeichnet es neben den umlaufenden Terrassen an dieser einmaligen Lage als Highlight des Gebäudes. Denn das Monoblock-Schwimmbad der neusten Generation verfügt über versenkbare Scheiben, wodurch das Hallenbad im Sommer in einen gedeckten Aussenpool verwandelt werden kann. Die Scheiben werden mittels Kettenantrieb versenkt, weshalb im darunter liegenden Technikraum eine komplexe Maschine eingebaut wurde, für die Arndt Geiger Herrmann verschiedene Fachleute wie Ingenieure beigezogen hatten. Hinzu kamen die hohen Anforderungen bezüglich Statik und Akustik, die erfüllt werden mussten, und schliesslich durfte sich beim Schwimmbad wegen einer allfälligen Schimmelbildung kein Kondensat ansetzen.

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Stimmungsvolles Ganzes

Der Bauherr ist Inhaber einer von seinem Vater gegründeten Gartenbauunternehmung, weshalb ihm die Gartenanlage besonders am Herzen lag. Vom Erd- bis zum Dachgeschoss wurde der Aussenraum von ihm und seinen Mitarbeitern sorgfältig mit dem Innenraum verbunden beziehungsweise in die Gebäudearchitektur einbezogen. Die Pflanzen dienen dabei nicht nur als optische Hingucker, sondern auch als Sichtschutz. Besonders in seinem Reich, dem Büro im oberen Dachgeschoss, kann sich der Hausherr dank der weitläufigen Bambus-Hecke fast unbeobachtet bewegen. Die Verbindung von innen und aussen ist dank den grosszügigen Schiebefenstern von Sky-Frame auch in diesem Geschoss gelungen. Zudem wird das Birnenspalier vor der Küche im ersten Dachgeschoss dereinst die Bewohner mit seiner Blütenpracht – und hoffentlich seinen Früchten – bezaubern und sie mit den Jahren zunehmend vor neugierigen Blicken schützen. «Wenn man nicht mehr merkt, ob man drinnen oder draussen ist, ist die Verbindung gelungen», findet der diplomierte Landschaftsarchitekt.

Die Verschmelzung von Innen- und Aussenraum genoss bei der Erstellung des Mehrfamilienhauses einen besonderen Stellenwert.

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Architektur: Arndt Geiger Herrmann AG, Zürich
Baubeginn: Frühjahr 2012
Fertigstellung: Dezember 2013
Grundstücksgrösse: 2135 m2
Wohnfläche gesamtes Gebäude: 1115 m2
Wohnfläche Penthouse: 414.5 m2
Gesamtfläche Dachterasse: 318 m2
Bauweise: Beton-Stahl-Konstuktion
Mitwirkende Spezialisten: Sky-Frame AG, Frauenfeld / Berger Gartenbau, Kilchberg

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